Zugegeben, Meerrettich wuchert heftig, und manchem hat der beißende Geruch der schwefelhaltigen, ätherischen Öle schon die Tränen in die Augen getrieben. Trotzdem sollte man auf frischen Meerrettich keinesfalls verzichten. Die in Gläsern angebotenen Zubereitungen vermitteln nämlich kaum mehr als eine ferne Ahnung von Geschmack und gesundheitsfördernder Wirkung der frischen Wurzel.
Unerlässlich ist Meerrettich als appetitanregende, pikante Würze zu Roastbeef, Tafelspitz, Karpfen und Räucherlachs. Sahnesaucen, geschlagene Sahne oder Crème fraîche besänftigen seine Schärfe. Oft gemeinsam mit Senf verwendet, begleitet er traditionell gepökeltes Fleisch, Kasseler oder Würstchen. Für den täglichen gesundheitsförderlichen Gebrauch empfiehlt sich die geriebene Wurzel mit Frischkäse angerührt als Brotaufstrich oder mit Butter zu Folienkartoffeln. Auch die zarten und milden jungen Blätter sowie die Blüten lassen sich verwenden. Sie sind prima für Salate geeignet oder ganz einfach und lecker pur auf einem Butterbrot. Um die ätherische Öle zu schonen, sollte Meerrettich nie lange erhitzt werden. Beim Kochen verliert er sein Aroma fast völlig. Wer reichlich geerntet hat, kann die Wurzeln im kühlen Keller mit Sand bedeckt lagern, aber bitte erst unmittelbar vor der Verwendung reiben. Doch frisch geernteter Meerrettich schmeckt immer noch am Besten und bei einer gut entwickelten Pflanze ist die Ernte außerhalb von Frostperioden praktisch jederzeit möglich.
Auch in der Volksmedizin hat die Meerrettich-Wurzel ihren festen Platz. Sie ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Husten und Bronchitis. Als Brei verarbeitet soll sie in Umschlägen Rheuma, Asthma, Kopfschmerzen und sogar Zahnschmerzen lindern. Wegen der hautreizenden Wirkung ist hier jedoch Vorsicht geboten.
Der gärtnerische Anbau von Meerrettich erfolgt auf sandigen, aber nährstoffreichen Böden, im großen Stil zum Beispiel in Franken. Während der Wachstumsperiode werden mehrmals die Seitenwurzeln des freigelegten Wurzelstocks abgestochen. So entwickeln sich kräftige, schaftförmige Pfahlwurzeln. Wem dies zu mühsam ist, der kann die Pflanze nach eigenem Gutdünken wachsen lassen. Die Wurzeln sind dann ungleichmäßig und schwächer, aber nicht minder aromatisch.
Empfehlung: Jedes verbliebene Wurzelstückchen treibt wieder aus! Die Anlage einer Meerrettichpflanzung will also gut bedacht sein. Er wird zum Freund fürs Leben.
Die Angaben zur Blütenfarbe beziehen sich in erster Linie auf die Grundfärbung der jeweiligen Blüten. Zusätzlich werden auch andere markante Merkmale wie Aderung, "Augen", Füllung etc. angesprochen.
Für Bartiris verwendete Abkürzungen:
D
Dom
H
Hängeblätter
B
Bart
Bitte beachten Sie, dass die Farbigkeit in Abhängigkeit der Lichtverhältnisse stark variieren kann. Der Tagesgang hat damit genauso wie unterschiedliche Witterungen einen großen Einfluss auf Farbwahrnehmungen und die Farbigkeit von Fotos.
Die Blütezeit kann je nach Witterungsverlauf von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich sein und ist natürlich auch vom regionalen bzw. lokalen (Klein-)Klima abhängig.
Die Angaben zur Wuchshöhe benennen meist eine Spannweite für die Höhenentwicklung. Bei vielen Gräsern und anderen schopf- bzw. polsterbildenden Pflanzen bezieht sich die erste Zahl auf die Höhe des Blattschopfes, die zweite Zahl dagegen auf die Höhe der Blütenstände. In allen anderen Fällen sind die Angaben als ungefähre Gesamthöhe zu verstehen, wobei die tatsächliche Höhe von den jeweiligen Standortverhältnissen (Nährstoffangebot, Lichtverhältnisse etc.) abhängig ist und stark variieren kann.
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Geselligkeitsstufen
Ihrer Charakteristik entsprechend werden Stauden einzeln, in kleineren oder größeren Gruppen oder flächig gepflanzt.