Zugegeben, der deutsche Name Knollen-Brandkraut wirkt nicht gerade verlockend, und vielen Gartenfreunden ist diese Pflanze, von Vilmorin bereits 1879 erwähnt, gänzlich unbekannt. Gleichwohl verdient die Staude, die in Mittel- und Südosteuropa sowie im Kaukasus wild vorkommt, einen Platz in unseren Gärten. Mit ihren kräftigen, aufrechten, kaum verzweigten Stängeln und den in Etagen übereinander aufgereihten Blütenquirlen bildet sie ein dauerhaftes vertikales Element in sonnigen Staudenpflanzungen.
Die Stängel sind purpurfarben getönt und tragen raue, herzförmige Blätter, die nach oben kleiner werden. Die lilarosa Lippenblüten mit weißem Bart, von denen bis zu 40 Stück in einem Quirl stehen, erscheinen im Frühsommer und halten sich über Wochen. Werden nach der Blüte die welken Blätter entfernt, bleiben runde, knubbelige, braune Samenkapseln an steif aufrechten Stielen zurück. In ihrer strengen, graphischen Wirkung ergänzen sie nicht nur weich fließende oder horizontale Formen, sondern stellen ein schmückendes Element bis weit in den Winter hinein dar. Glitzernd mit Raureif überzogen erwachen sie zu neuem Leben und vermitteln uns eine überraschend neue Interpretation einer Eisblume. Phlomis tuberosa mag durchlässige, trockene Böden in der Sonne. Sie setzt in mediterranen Pflanzengesellschaften mit filigranen und eher rundlich-buschig wachsenden Partnern wie Lavendel, Purpursalbei und Santolina vertikale Akzente.Der Name rührt wohl daher, dass die Knollenwurzeln von Phlomis tuberosa gekocht essbar sind. Phlomis, der griechische Name der Verbascum-Arten (Nachtkerzen, Wollkräuter) weist auf die Ähnlichkeit der filzigen Blätter mancher Phlomis-Arten mit denen mancher Verbascum-Arten hin.
Die Angaben zur Blütenfarbe beziehen sich in erster Linie auf die Grundfärbung der jeweiligen Blüten. Zusätzlich werden auch andere markante Merkmale wie Aderung, "Augen", Füllung etc. angesprochen.
Für Bartiris verwendete Abkürzungen:
D
Dom
H
Hängeblätter
B
Bart
Bitte beachten Sie, dass die Farbigkeit in Abhängigkeit der Lichtverhältnisse stark variieren kann. Der Tagesgang hat damit genauso wie unterschiedliche Witterungen einen großen Einfluss auf Farbwahrnehmungen und die Farbigkeit von Fotos.
Die Blütezeit kann je nach Witterungsverlauf von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich sein und ist natürlich auch vom regionalen bzw. lokalen (Klein-)Klima abhängig.
Die Angaben zur Wuchshöhe benennen meist eine Spannweite für die Höhenentwicklung. Bei vielen Gräsern und anderen schopf- bzw. polsterbildenden Pflanzen bezieht sich die erste Zahl auf die Höhe des Blattschopfes, die zweite Zahl dagegen auf die Höhe der Blütenstände. In allen anderen Fällen sind die Angaben als ungefähre Gesamthöhe zu verstehen, wobei die tatsächliche Höhe von den jeweiligen Standortverhältnissen (Nährstoffangebot, Lichtverhältnisse etc.) abhängig ist und stark variieren kann.
Kundenfrage vom 03.05.2010:
Ist sie schneckenresistent?
Unsere Antwort vom 04.05.2010:
Phlomis tuberosa gehört nicht gerade zur Leibspeise von Schnecken. Eine 100%ige Sicherheit gibt es natürlich nicht ... die Schädigung hängt grundsätzlich auch mit dem Befallsdruck zusammen.
Geselligkeitsstufen
Ihrer Charakteristik entsprechend werden Stauden einzeln, in kleineren oder größeren Gruppen oder flächig gepflanzt.