Die anspruchslose, schattentolerante Gebirgspflanze mit den filigranen farnartigen Blättern und den großen weißen Doldenblüten ist nicht nur eine dekorative Erscheinung am naturnahen Gehölzrand, sondern auch in all ihren Teilen essbar. Süßdolde bevorzugt humose, relativ nährstoffreiche, nicht austrocknende Böden.
Wer die jungen Blättchen der Süßdolde verkostet, muss keine Angst vor Doppelgängern haben, denn das süß-lakritzige Aroma ist einfach unverwechselbar. Wer Würzpflanzen mit Anisaroma mag, wird an der Süßdolde Gefallen finden. Am ausgeprägtesten ist das Lakritz-Aroma bei den länglichen Früchten, wenn diese noch nicht ganz reif sind. Die Früchte sind eine leckere, gesunde Knabberei für alle, die sonst auf Süßigkeiten verzichten, und sie lassen sich überall dort verwenden, wo man sonst Anis einsetzen würde. Kräuter mit Anisaroma harmonieren ganz wunderbar zu Fisch. So wird gedünsteter Fisch im Frühling aufs Feinste durch eine sahnige Sauce ergänzt, die mit Knoblauch, Zitronensaft und fein geschnittenen frischen Blättchen von Süßdolde, Fenchel und Kerbel gewürzt wird. Wer dann immer noch mehr Anisgeschmack mag, gibt einen kleinen Schluck Pernod dazu.
Wer selber Brot backt, kann die zerstoßenen Samen dem Brotteig zusetzen und sich dann fühlen wie in Südtirol. Auch Saucen und Fleischgerichte lassen sich mit den zerstoßenen Samen auf ungewöhnliche Art variieren. Die anisduftenden jungen Blätter sind eine willkommene Zugabe zu Frühlingssalaten. Die Stängel der Süßdolde konzentrieren das süße Aroma besonders. Deshalb werden sie gerne bei der Zubereitung von Süßspeisen verwendet, wenn man Zucker sparen möchte. Insbesondere in Kombination mit der herben Säuerlichkeit von Rhabarber lassen sich aparte Geschmacksnuancen erzielen.
Die Angaben zur Blütenfarbe beziehen sich in erster Linie auf die Grundfärbung der jeweiligen Blüten. Zusätzlich werden auch andere markante Merkmale wie Aderung, "Augen", Füllung etc. angesprochen.
Für Bartiris verwendete Abkürzungen:
D
Dom
H
Hängeblätter
B
Bart
Bitte beachten Sie, dass die Farbigkeit in Abhängigkeit der Lichtverhältnisse stark variieren kann. Der Tagesgang hat damit genauso wie unterschiedliche Witterungen einen großen Einfluss auf Farbwahrnehmungen und die Farbigkeit von Fotos.
Die Blütezeit kann je nach Witterungsverlauf von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich sein und ist natürlich auch vom regionalen bzw. lokalen (Klein-)Klima abhängig.
Die Angaben zur Wuchshöhe benennen meist eine Spannweite für die Höhenentwicklung. Bei vielen Gräsern und anderen schopf- bzw. polsterbildenden Pflanzen bezieht sich die erste Zahl auf die Höhe des Blattschopfes, die zweite Zahl dagegen auf die Höhe der Blütenstände. In allen anderen Fällen sind die Angaben als ungefähre Gesamthöhe zu verstehen, wobei die tatsächliche Höhe von den jeweiligen Standortverhältnissen (Nährstoffangebot, Lichtverhältnisse etc.) abhängig ist und stark variieren kann.
Geselligkeitsstufen
Ihrer Charakteristik entsprechend werden Stauden einzeln, in kleineren oder größeren Gruppen oder flächig gepflanzt.